Geschichte

1905 bis 2016 – über 100 Jahre Gastfreundschaft leben

Ende des 19. Jahrhunderts verbrachten, auf ärztlichen Rat, Diakonissen aus dem Dresdner Mutterhaus ihren Erholungsurlaub im Fischerdorf Graal. Das Mutterhaus mietete über die Saisonmonate von Mai bis September die Villa Graalsburg in der Kurstraße, ein Jahr später die Villa Margarete in der Parkstraße und das Jahr darauf die Villa Hedwig in der Alexandrastraße. Die Schwestern kehrten immer gut erholt nach Dresden zurück und schwärmten von der gesunden Luft, dem wohltuenden Klima und dem herrlichen Strand. Es regte sich der Wunsch ein eigenes Erholungshaus in Graal zu bauen. Er ging in Erfüllung. Die Oberin im Ruhestand, Julie Gräfin Vitzthum, erwarb am Rande des Waldes, auf der Alexandrastraße, ein Baugrundstück und schenkte es der Diakonissenanstalt. Im August 1904 wurde der Grundstein für das Haus Wartburg gelegt. Der Name wurde mit bedacht gewählt: Von der Wartburg in Thüringen tat die Heilige Elisabeth viel Gutes und für Luther war sie eine sichere Herberge, in der er Ruhe und Frieden fand.

1905, nach knapp einem Jahr Bauzeit, wurde am 18. Juni das neue Gebäude mit 21 Erholungsplätzen bei einem Hausgottesdienst eingeweiht. Großherzogin Alexandra von Schwerin, nach der die Alexandrastraße benannt ist, besuchte das „Haus Wartburg“ zwei Jahre später. Die Urlaubsplätze an der Ostsee waren sehr begehrt.

1927 wurde eine Erweiterung beantragt. Im Mai 1928 wird der Anbau eingeweiht; das Haus kann nun 40 Gäste beherbergen.

1944 dient das Haus teilweise als Lazarett.

1945 finden Flüchtlinge im Haus Aufnahme.

1946  Um das Haus in den Nachkriegswirren zu erhalten, richtete man auf einer Etage eine Kranken- und Pflegestation für 15 bis 20 Patienten ein. Im Entbindungszimmer erblickten bis 1954 viele Graal-Müritzer das Licht der Welt. In den Saisonmonaten wurde von den Dresdner Schwestern weiterhin eine Etage als Urlaubdomizil genutzt.

1960 – 1972  Auflösung der Pflegestation

1972  Alle Zimmer stehen wieder als Gästezimmer zur Verfügung In den 70er Jahren war es für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kaum noch möglich, einen Ferienplatz in den staatlichen Erholungshäusern oder bei Privatleuten zu bekommen. So beschlossen Rektor und Oberin der Diakonissenanstalt, „Haus Wartburg“ erneuern und ausbauen zu lassen. Eine Auftragsvergabe an ortsansässige Firmen blieb erfolglos, weil staatliche Behörden die Genehmigungen verweigerten. Handwerker transportierten Baumaterial aus Dresden nach Graal-Müritz und begannen mit der umfangreichen Baumaßnahme.

1983  Vom Schwesternerholungsheim zum familienfreundlichen Gästehaus Am 23. Oktober 1983 übergab Schwester Hilda Vollprecht Haus, Inventar, Grundstück und Akten in die Verantwortung des Ehepaares Triebler. In den kommenden Jahren wandelte sich die Gästeschar des Hauses, neben Schwestern verbrachten immer mehr Mitarbeiterfamilien des Diakonissenhauses Dresden und anderer kirchlicher Einrichtungen ihren Urlaub im Haus Wartburg.

1989  Die Wende

1990  Die Ostseeküste bleibt ein beliebtes Reiseziel, doch die Ansprüche an die Urlaubsunterkunft änderten sich

1991/92  Umbau und Modernisierung des Hauses. Die Zimmer wurden mit Nasszellen(WC und Dusche) ausgestattet und neu konzipiert. Neben Einzel- und Doppelzimmern gibt es für Familien Apartments mit getrennten Schlafzimmern. An die Südseite baute man Balkone an, der Garten wurde neu gestaltet und ein großer Kinderspielplatz angelegt.

2005  Einen Höhepunkt bildete das Jubiläum zum einhundertjährigen Bestehen des Hauses. Hier gab es am 18. Juni ein großes Hoffest, in dessen Rahmen auch das zum Seminar- und Tagungsraum umgebaute Gartenhaus eingeweiht wurde.

2006/2007 wurde ein Anbau für einen Personenaufzug realisiert und ein Zimmer barrierefrei umgebaut. Nun können auch Familien mit körperbehinderten Angehörigen oder Einzelpersonen mit Handicap im Haus Wartburg zu Gast sein.

2013 und 2014 wurde das Haus komplett renoviert, modernisiert und möbliert, um den neusten Standards gerecht zu werden. Das Team vom Haus Wartburg begrüßt Sie gern im neuen Urlaubsambiente!