Am 18./19. Juni 2005 feierte die Diakonissenanstalt Dresden und die Kirchgemeinde Graal-Müritz das 100-jährige Jubiläum der Familienferienstätte „Haus Wartburg“. Für dieses Fest wird eine kleine Broschüre über die Geschichte der Einrichtung vorbereitet. Lesen Sie hier einige Auszüge aus dem Manuskript:
Auf ärztlichen Rat hin erlebten einige Schwestern aus dem Dresdner Mutterhaus einen Erholungsurlaub an der Ostsee. Im Fischerdorf Graal bezogen sie Privatquartiere. Der Ort gefiel ihnen. Gut erholt kehrten sie zurück und schwärmten von der gesunden Luft, dem wohltuenden Klima und dem herrlichen Strand. Es regte sich der Wunsch, in Graal ein eigenes Erholungshaus zu errichten. Er ging in Erfüllung: die Oberin im Ruhestand Julie Gräfin Vitzthum und Schwester Berta Kind erwarben am Rande des Waldes – auf der Alexandrastraße – ein Baugrundstück und schenkten es der Diakonissenanstalt.
Oberin Mathilde Faber entwarf Pläne für das Sommerhaus. „ … Am 18. Juni 1905 wird es geweiht. Rektor Mollwitz hält die Predigt. Zum Empfang nach dem Gottesdienst verliest er schriftliche Grüße, u. a. von S. K. H. dem Großherzog von Schwerin …“
Am 14. August 1907 besuchte die Großherzogin Alexandra von Schwerin das „Haus Wartburg“. Aus der mündlichen Überlieferung wissen wir, dass die Schwestern tags zuvor unter lautem Lachen den Hofknicks übten.
1944 diente das Haus als Lazarett, 1945 wurden Flüchtlinge aufgenommen, ein Jahr später eine Krankenstation für 15 – 20 Patienten und ein Entbindungszimmer eingerichtet.
Die ältere Generation erinnert sich: „… es war eine schwere Zeit. Wenn wir aber Fotografien anschauen, sehen wir bei der Arbeit und in der Freizeit fröhliche Schwestern.“ Ohne selbst daran zu denken bezeugen sie: „… die Freude am Herrn ist unsere Stärke. Sie leuchtet in alle Lebensbereiche und spiegelt sich wider in Frohsinn und Heiterkeit.“
Für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war es kaum noch möglich, einen Ferienplatz in den Erholungshäusern der staatlich gelenkten Gewerkschaft – FDGB – oder bei Privatleuten zu bekommen. So beschlossen Rektor und Oberin, „Haus Wartburg“ erneuern und ausbauen zu lassen. Handwerker aus der Diakonissenanstalt transportierten Baumaterial aus Dresden nach Graal-Müritz und bauten zunächst den Dachboden aus. „… Um 20.00 Uhr saßen wir im Gemeinschaftsraum, um Nachrichten zu hören. Eingeschaltet wurde ARD, besonders wichtig und interessant für die Leute aus dem Dresdner Bereich.
Obwohl der Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Gebäude in der Dresdner Diakonissenanstalt auf Hochtouren lief, blieb immer etwas Baumaterial für das „Haus Wartburg“ übrig.
Am 23. Oktober 1983 übergab Schwester Hilda Vollprecht – im Beisein der Oberin – Haus, Inventar, Grundstück und Akten in die Verantwortung des Ehepaares Triebler, das bis heute die Einrichtung leitet und – zusammen mit den Mitarbeiterinnen – den Gästen einen erlebnisreichen und schönen Urlaub ermöglicht.
Ilona und Christian Trieblers Einsatz verdanken wir den Umbau des Hauses nach 1990 zu einer schmucken Familienerholungsstätte.
„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren…“ sangen Chor und Gemeinde am Sonntag, 18. Juni 1995 zum 90. Jubiläum des Hauses.
Von Dresden aus wünschen wir Schwester Ilona und Bruder Christian Triebler und allen Mitarbeiterinnen im „Haus Wartburg“ ein frohes Jubiläumsfest, gesegneten Dienst während der Urlaubssaison und viele dankbare Gäste.
Pf. Werner Fink, Rektor i. R.
Zum 100-jährigen Jubiläum wurde eine Broschüre über die Geschichte des Hauses aufgelegt; diese können Sie sich hier in einer Textversion ohne Bilder herunterladen:
Broschüre als PDF









